Der große Apparat (in der Fachsprache „Phoropter“ genannt) vor dem Gesicht der jungen Dame vermittelt dem Betrachter das Gefühl von technischer Präzision bei der Messung der Augenwerte. Die Messbrille wirkt dagegen eher wie ein Behelfsinstrument und weckt kein größeres Vertrauen in die Messgenauigkeit. Doch genau das Gegenteil ist der Fall!

Warum? Ganz einfach: Der Phoropter wird zu Beginn so vor dem Gesicht positioniert, dass die Augen genau mittig durch die sehr kleinen Gläser schauen. Verändert sich aber die Körperhaltung um wenige Millimeter, stimmt diese Einstellung nicht mehr. Das führt zu Messfehlern!

Eine Messbrille macht jede Kopf- und Körperbewegung mit. So bleibt während der gesamten Messdauer die korrekte Einstellung erhalten. Außerdem lässt sich hier die Mimik des Kunden besser beobachten. Daraus gewinnt ein erfahrener Augenoptiker schon wichtige Erkenntnisse.

Warum diese Phoropter überhaupt zum Einsatz kommen? Weil die Glaswechsel damit schneller gehen und so in kürzerer Zeit ein Ergebnis erzielt wird. Die Genauigkeit dieses Ergebnisses ist aber nicht unbedingt mit dem einer Messbrille gleichzusetzen. So findet man diese Phoropter vornehmlich dort, wo die Quantität eine höhere Priorität genießt als die Qualität!

THIEME.SIEHSTE!
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